FREUNDIN MAGAZINE
DIE WELT DER HELDEN UND LOOSER
EINE AMERIKANERIN GIBT DER MAHRHEIT EIN GESICHT
DECEMBER 2000
Photos by Mary Ellen Mark


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Eine Amerikanerin gibt der Wahrheit ein Gesicht

Die schone heile Welt sucht man auf ihren Bildern oft vergebens. Ob sie jungeAusreiBerkinder in Seattle ablichtet, Transvestiten, Ku‑Klux‑Klan‑Anhanger, vergessene Alte im Heim  oder junge Frauen hinter Gittern ‑ die Aufnahmen der vielfach ausgezeichneten Dokumentar‑Fotografin Mary Ellen Mark sind ergreifend, bewegend, unvergesslich. Doch nie voyeauristisch oder mitleidheischend: ,,Ich will Bilder schaffen, die zu Symbolen werden!" Oft sind es Menschen am Rande unserer Gesellschaft, denen sie durch ihre Fotografien fur Titel wie Life, New York Times Magazine, Vogue, Stern und auf weltweiten Ausstellungen Gehor verschafft, Etwa die Obdachlosenfamilie Damm oder Porstituierte in Bombay deren Zutrauen sie sich wochenlang erarbeitete: ,,Ich bin jeden Tag diese Gegend abmarschiert, bis sie sich an mich gewohnt hatten." Inzwischen sind zusatzlich kommerziellere Portrat--und Werbeauftrage, Dokus von Dreharbeiten und eine Lehrtatigkeit ihr Broterwerb. Kurzlich saB Prasidentengattin Hillary Clinton vor ihrer Linse. Momentan ist es Nicold Kidman am Filmset von "Moulin Rouge". Eine Retrospektive uber die eindrucksvolle Arbeit der letzten 35 Jahre zeigt Mary Ellen Mark elfter Bildband: ..Amerikanische Odyssee" (Verlag 2001)


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StraBenleben: Die kalifornische Familie Damm war 1987 gerade aus der Notunterkunft rausgeflogen, übernachfete rn Auto. Die Fotografin hielt ihr Snicksal Uber Jahre hinweg fest



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Stolz: zwei blutjunge Rodeo‑Reiter in Texas. Für Mary Ellen Mark Inbegriff für Amerika ‑ und daher ouch Cover ihres neuen Bildbands, ,,Amerkancche Odyssee"



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Einsamkeit: Mary Frances, Patientiri der geschlossenen psychiatrischen Abteilung von Salem, Oregon, in der Badewanne (1976). Dos ausdrucksvolle Foto entstand nach vielen Besuchen